Archiv für den Monat: Juni 2018

Als nächstes…

Im achten Jahr gibt es unseren lebhaften Stammtisch nun, neue PAPIs finden ihren Platz in unserer Runde und zusammen haben wir viele Ideen auf Lager, was wir in Zukunft miteinander unternehmen möchten. Komm und mach mit!
Oder schau Dir unseren PAPI-Filmtrailer an! (20MB)

Hier sind unsere Ideen und Pläne für kommende Aktivitäten:

02.08.2018 (Do) – 95. PAPI-Stammtisch (Sommerferien-Edition)
in Vorbereitung – im Kanu auf der Aggertalsperre paddeln (HC)
06.09.2018 (Do) – 96. PAPI-Stammtisch (8 Jahre!)
in Vorbereitung – Anhängertraining 3 (HC)
in Vorbereitung – Aggertal-Radtour (Michael)
04.10.2018 (Do) – 97. PAPI-Stammtisch

Wenn Du uns mal live und in Farbe treffen möchtest, melde Dich per Email zum nächsten regulären Stammtisch an. Dann erfährst Du, wo und wann Du Deinen Platz in unserer Mitte einnehmen kannst. Du bist uns willkommen!

Rangierübungen mit Anhänger

Es sollten beim Rangieren mit Anhänger ein paar geometrische Zusammenhänge erläutert, zwei Manöver an Spielzeugautos aus der Vogelperspektive gezeigt und schließlich mit dem eigenen Auto und einem mittelgroßen Planen-Anhänger oder einem kleinen Koffer-Anhänger geübt werden. Die beiden Manöver sind geradeaus rückwärts in eine Parklücke fahren und einen 90°-Bogen über die linke Seite in eine Parklücke fahren.
Die geometrischen Zusammenhänge zwischen Lenkeinschlag und Stellung der Vorderräder, Kurvenradien bis hinunter zum Wendekreis und dem sich einstellenden Knick zwischen Auto und Anhänger in Abhängigkeit von der Länge des Anhängers wurden mit einem lenkbaren Lego-Auto gezeigt, um aus den Spurkreisen der Räder die vorwärts gefahrenen Kreise zu erkennen und daraus nötige Lenkbewegungen beim Rückwärtsfahren mit Anhängern abzuleiten.
Wichtiges Merkmal ist der Wendekreisknick zwischen Auto und Anhänger, der bei voll eingeschlagener Lenkung in Vorwärtsfahrt entsteht, denn den darf man bei Rückwärtsfahrt nicht erreichen oder gar überschreiten. Fährt man vorwärts einen Kreis, schneiden sich die Verlängerungen der Achsen im Mittelpunkt des Spurkreises, den man gerade fährt. Solange der Spieß der Lenkachse durch stärkeres Einschlagen die anderen zwischen Mittelpunkt und Gespann schneidet, wird der Knick beim Rückwärtsfahren kleiner. Schneidet er weiter entfernt als der Mittelpunkt, verstärkt sich der Knick beim Rückwärtsfahren. Ist der Knick größer als der Wendekreisknick, muss mit gerade stehender Lenkung ein Stück vorwärts gefahren werden, bis der Wendekreisknick unterschritten ist.

Spurkreismittelpunkt als Achsenschnittpunkt

Spurkreismittelpunkt als Achsenschnittpunkt

Wenn der Anhänger an eins der Autos gekoppelt wurde, gab es nebenbei Hinweise, worauf zu achten ist: Einweisen (Richtung, Abstand, Haltzeichen), richtiges Einrasten des Kupplungskopfs, Unterschiede der 7- und 13-poligen Stecker, nötige Adapter, Anbringen des Sicherungsseils mit Besonderheiten der Schweiz und der Niederlande, Wirkung am gebremsten Anhänger bei Fahrzeugtrennung. Begriffe der StVO wie Gesamtgewicht, Anhängelast, Stützlast, Zuladung und ihre Zusammenhänge, Unterschied zwischen zulässiger und tatsächlicher Last, gegenseitige Anrechnung wurden beim ersten Termin erwähnt und eine Excel-Tabelle bereitgestellt, die erlaubt, anhand der Fahrzeugdaten und kleinteiliger Abschätzung des Gepäckgewichts die zulässigen Werte einzuhalten. Nicht erwähnt wurden Tempolimits in Deutschland und anderen Staaten oder Tempo-100-Plaketten (Voraussetzungen, unerwünschte Folgen im Ausland, z.B.
Frankreich).

Die beiden Manöver wurden mit größeren Modellen vorgeführt und dabei erwünschte von unerwünschten Reaktionen auf Lenkbewegungen unterschieden. Denn woraus lernt man am meisten? Aus Fehlern.

Geradeaus rückwärts fahren war das erste, einfachere Manöver, das dem Balancieren eines Stocks auf einem Finger ähnelt. Solange man geringe Ausschläge des Stocks hat, kann mit geringem Nachführen des Fingers der Stock senkrecht gehalten werden, aber je größer die Ausschläge und Korrekturen werden, desto eher geht die Balance verloren. Beim Auto mit Anhänger wurde mit einem gerade stehenden, nicht geknickten Gespann anfangen und beim Rückwärtsfahren waren möglichst kleine Lenkbewegungen zu machen, um den Knick klein zu halten. Dabei hilft, das Lenkrad mit der rechten Hand in Sechs-Uhr-Position anzufassen, denn dann muss man das Lenkrad in die Richtung drehen, in die der Anhänger fahren soll. Soll der Anhänger nach links, geht die Hand von 6 Uhr nach links auf 8, 9 oder 10 Uhr, vice versa. Sie gelang allen nach wenigen Versuchen.

Die zweite Übung war deutlich schwieriger, weil rückwärts ein 90°-Bogen gefahren und eine Parklücke getroffen werden sollte, in der das Gespann wieder gerade und parallel zur Strich-Markierung zu stehen hat. Es wurde vorwärts geradeaus im rechten Winkel an der Parklücke vorbei gefahren, wobei ein Handschuh markierte, wo das linke Anhängerrad zu stehen kommen sollte. Dann wurde die Parklücke in drei Phasen rückwärts angesteuert.

Phase 1 bringt den nötigen Knick ins Gespann. Dazu wird das einzige Mal die Lenkung nach rechts gedreht und etwas zurückgesetzt, bis ein ausreichender Knick entsteht.

Phase 1: Einknicken

Phase 1: Einknicken

Phase 2 ist das Fahren der Kurve. Um das Balancieren eines Stocks zu bemühen: Wenn der Stock einen Knick hat, ist nicht mehr so einfach zu erkennen, wo der Scherpunkt ist und wo der Finger unterstützen muss. Beim Rückwärtsfahren auf einem Bogen ist eine Balance zwischen Knick des Gespanns und Einschlag der Lenkung zwischen gerade und hart links zu finden; keinesfalls darf die Lenkung nach rechts gedreht werden, weil dann der Knick sofort viel zu groß wird. Falls das Gespann zu weit einknickt, weil die Lenkung zu wenig eingeschlagen war, muss durch ein kurzes Stück Vorwärtsfahrt der Knick verringert werden.
Merke: Eine schwach eingeschlagene Lenkung verstärkt den Knick, eine stark eingeschlagene
Lenkung verringert den Knick, sofern nicht schon der Wendekreisknick überschritten ist.

Phase 2: Knick erhaltende Kurve mit links eingeschlagener Lenkung

Phase 2: Knick erhaltende Kurve mit links eingeschlagener Lenkung

Phase 3 beginnt, wenn das Anhängerrad entweder den zweiten Handschuh am Beginn des Striches erreicht oder schon fast parallel zu den Strichen steht. Dann muss das Gespann durch hart links eingeschlagene Lenkung wieder geradegestellt werden, denn „der Knick muss weg“. Im Idealfall steht das Gespann gerade, wenn das Hinterrad des Autos den Handschuh passiert, dann ist der Rest einfaches Geradeausfahren des ersten Manövers (quasi eine vierte Phase).

Phase 3: Geradestellen des Gespanns

Phase 3: Geradestellen des Gespanns

Es gelang nicht immer, aber immer wieder und öfter, Auto und Anhänger gerade abzustellen, in der Markierung abzustellen oder gar beides zugleich.
Als Variante des zweiten Manövers wurde statt gerader Anfahrt die Anfahrt mit einer S-Kurve gezeigt, weil da der Knick nicht rückwärts fahrend, sondern schon auf den letzten Metern des Vorwärtsfahrens erzeugt wird.
Während der Manöver wurden Tipps zur Orientierung und Vereinfachung gegeben, wie immer mit gerade stehender Lenkung anhalten, Lenkrad mit rechts auf Sechs-Uhr-Position greifen, Lenkausschläge möglichst klein halten und keinesfalls mit großen Ausschlägen von rechts nach links wechseln.
Für ein Rangierübungen mit Anhänger III stünde eine S-Kurve rückwärts (Einparken auf Längsparkplätzen) auf dem Zettel. Daneben bieten sich Tempolimits und Tempo-100-Plakette für eine Diskussion an.

Lektion XXV: Bootstransport in Ramsgate

Lektion XXV: Bootstransport in Ramsgate

24.06.2018 – Rangierübungen mit Anhänger
Text und Bilder: HCA